Vertrauen und Steuerung im Sozialstaat

Die Zusammenarbeit von Staat und Wohlfahrtsverbänden ist seit jeher eng mit dem Gedanken der Subsidiarität verbunden. Zugleich haben sich die Bedingungen für die freie Wohlfahrtspflege verändert. Sozialleistungen werden zunehmend unter Wettbewerbsbedingungen erbracht, während rechtliche Vorgaben und bürokratische Anforderungen weiter zunehmen. Das wirft die Frage auf, wie viel staatliche Steuerung notwendig ist und wo die Eigenständigkeit der freien Träger erhalten bleiben muss.
Auch das Verhältnis zwischen den beteiligten Akteuren spielt dabei eine Rolle. Staat, Wohlfahrtsverbände und Bürgerinnen und Bürger sind aufeinander angewiesen. Wo dieses Verhältnis von Vertrauen geprägt ist, kann Zusammenarbeit gelingen. Wo Vertrauen verloren geht, stellt sich die Frage, wie es wiederhergestellt werden kann.
Die Veranstaltung am 12. November 2026 beleuchtet diese Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Maximilian Einhaus beschäftigt sich zunächst mit der freien Wohlfahrtspflege zwischen Marktdruck und bürokratischen Hürden. Dabei geht es auch um die Frage, ob das bisherige Verständnis von Subsidiarität unter den heutigen Bedingungen noch trägt.
Mit Dr. Sönke E. Schulz folgt eine rechtliche Perspektive. Ausgehend vom Verwaltungsverständnis Lorenz von Steins geht er der Entwicklung des Subsidiaritätsgedankens nach und fragt, was dieser heute für das Verhältnis von Staat und Wohlfahrtsverbänden bedeutet.
Prof. Dr. Dr. Christian Bernzen richtet den Blick anschließend auf das Thema Vertrauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Vertrauen in den Sozialstaat und in die Wohlfahrtsverbände wieder gestärkt werden kann. Damit verbunden ist auch die Frage nach der Bedeutung von Vertrauen für die demokratische Gesellschaft.
Nach den einzelnen Beiträgen ist jeweils Zeit für Fragen und Diskussion. Die Veranstaltung soll unterschiedliche Sichtweisen zusammenbringen und Gelegenheit geben, über die künftige Ausgestaltung des Verhältnisses von Staat und freier Wohlfahrtspflege zu sprechen.
Zur Anmeldung bitte hier klicken (via Eventbrite)
Kosten
Rahmendaten
- Referent: Maximilian Einhaus
- Referent: Dr. Sönke E. Schulz
- Referent: Prof. Dr. Dr. Christian Bernzen


