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Zur Bedeutung Klaus Groths für die niederdeutsche Sprache und Literatur.

Als das Niederdeutsche im 19. Jahrhundert zunehmend als gesprochene Sprache Norddeutschlands durch hochdeutsche Umgangssprachen ersetzt wurde, kam es im Zuge einer romantischen Sprachbetrachtung zur Gestaltung niederdeutscher literarischer Texte, für die es schreibsprachliche und orthographische Grundlagen zu schaffen galt. Klaus Groths 1852 publizierte Lyriksammlung „Quickborn“ setzte inhaltliche und sprachliche Maßstäbe und brachte den endgültigen Durchbruch der neuniederdeutschen Literaturtradition und der mit ihr verbundenen neuniederdeutschen Schriftkultur. Der „Quickborn“ wurde begleitet von theoretischen Texten des Autors, die sein Konzept einer kulturell gleichberechtigten niederdeutschen Sprache diskutieren. Ausgehend von Groths niederdeutschen literarischen Texten und seinen auf hochdeutsch vorgelegten theoretischen Positionen wird sein sprachliches und inhaltliches Konzept sowohl niederdeutscher Schriftlichkeit als auch niederdeutschen Sprachlebens diskutiert und sprach- sowie literarhistorisch eingeordnet. Über die wechselhafte Publikations- und Rezeptionsgeschichte kann die Wirksamkeit des grothschen Werks erschlossen werden. Abschließend wird eine gegenwartsbezogene Positionierung von Dichter, Werk und niederdeutscher Sprachform versucht.

Robert Langhanke ist Dozent für niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Flensburg. Zudem nimmt er Lehraufträge für ältere und neuere niederdeutsche Literatur an der Universität Kiel wahr. Er arbeitet zu verschiedenen Themen der niederdeutschen Philologie und ist Vorsitzender der Klaus-Groth-Gesellschaft, deren Jahrbuch er herausgibt.