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„Wer braucht (noch) Heimat?“ Gedanken zu einer gesellschaftspolitischen Einordnung

Vor drei Jahren wurde im Bundesinnenministerium die Heimatabteilung gegründet und damit die Grundlage geschaffen für eine aktive Heimatpolitik auf Bundesebene. Anfangs wurde das teilweise belächelt. Heute, im Jahr 2021, sind Heimatpolitik und das politische Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse fester Bestandteil der innenpolitischen Debatte. Selbst Skeptiker begrüßen in der aktuellen Corona-Krise die „Rückkehr des Staates“, der seine Verantwortung wahrnimmt.

Wir sehen, dass Deutschland im Vergleich gut aufgestellt ist. Wir sehen aber auch in aller Deutlichkeit, dass eine vorausschauende und nachhaltige Strukturpolitik, wie sie von Beginn an der Kern der neuen Heimatpolitik war und ist, unverzichtbar bleibt. Das gilt nicht nur, aber in besonderem Maße im Gesundheitswesen, in der Infrastruktur und der Daseinsvorsorge. Ausgangpunkt der neuen Heimatpolitik ist, im Sinne von sozialer Sicherheit und sozialer Gerechtigkeit zu gleichwertigen Lebensverhältnissen für alle beizutragen. Der Staat muss für Teilhabemöglichkeiten sorgen. In Deutschland soll niemand schlechter gestellt sein, weil er in einer bestimmten Region lebt. Heimatpolitik ist also aktive Strukturpolitik, um dem Auseinanderdriften der Gesellschaft  entgegenzuwirken, den Zusammenhalt in unserem Land zu stärken, zuversichtlich in die Zukunft zu sehen und Europa mitzugestalten. In der aktuellen Corona-Krise ist dieser gesellschaftspolitische Ansatz noch wichtiger geworden. 

Dr. Michael Frehse ist Leiter der Abteilung Heimat im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.