Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen ein angenehmeres Surfen zu ermöglichen. Mehr Infos

! FÄLLT AUS ! Vom "Streit der Fakultäten" in Krisenzeiten - Philosophie: Magd, Königin oder Expertin?

„Die Regierung aber interessiert das am allermeisten, wodurch sie sich den stärksten und daurendsten Einfluß auf das Volk verschafft, und dergleichen sind die Gegenstände der oberen Fakultäten." - nämlich die Theologie, die Jurisprudenz und die Medizin. Mit seinem von gelassener Ironie getragenen Altershumor nimmt Immanuel Kant in der letzten von ihm selbst veröffentlichten Schrift: „Der Streit der Fakultäten“ (1798) zur Bedeutung der Philosophie als der ‚unteren Fakultät‘ für die vom Regierungshandeln favorisierten ‚oberen Fakultäten‘ Stellung: 

„Auch kann man allenfalls der theologischen Fakultät den stolzen Anspruch, dass die Philosophie ihre Magd sei, einräumen (wobei doch noch immer die Frage bleibt: ob diese ihrer gnädigen Frau die Fackel vorträgt oder die Schleppe nachträgt)“ […]. Der Kurs möchte auf dem Hintergrund von Kants Schrift deren hohe Aktualität anhand geeigneter Beispiele aus der Corona-Debatte thematisieren und zeigen, warum und wie kritisches Philosophieren immer noch als wegweisende ‘Fackel’ dienen kann. Dabei soll auch nach dem heutigen Selbstverständnis der Philosophie als Magd, Königin oder Expertin gefragt werden.


Dr. Roland Daube, 1. Vorsitzender der Kieler Kant-Gesellschaft, ist seit vielen Jahren Dozent für Philosophie in der Erwachsenenbildung und leitet mehrere philosophische Gesprächskreise. Er promovierte 1987 bei Klaus Oehler über Semiotik und Hermeneutik, arbeitete an der Texas Tech University zu Charles S. Peirce, war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Oehler und am Goethe-Museum Düsseldorf, leitete das Kulturamt der Landeshauptstadt Schwerin
und war Sachautor in einem Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung.