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10.05.2019

Nach 100 Jahren: auf den Spuren des Bauhauses in Erfurt, Weimar, Jena und Dessau

Zu einer der einflussreichsten Bildungsstätten im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs entwickelte sich das 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete "Staatliche Bauhaus".  Die Exkursion geht maßgeblichen Zeugnissen der Bauhauskünstler in Erfurt, Weimar, Jena und Dessau nach.

In Erfurt wurden mit dem Umbau verschiedener Geschäftshäuser in der Innenstadt unübersehbare Zeichen für das Neue Bauen gesetzt, die heute noch im Stadtbild markante Akzente bilden. Die in Erfurt geborene Künstlerin Margaretha Reichardt studierte in Dessau am Bauhaus. Ihr 1939 in Erfurt errichtetes Wohnhaus wurde nach Vorentwürfen des Bauhäuslers Konrad Püschel gebaut. Seit 1933 betrieb sie eine Handweberei-Werkstatt., die noch heute mit den originalen Handwebstühlen besichtigt werden kann.

Der 1. April 1919 kennzeichnet die Grundsteinlegung des Bauhauses als Design- und Architekturschule in Weimar. Am Bauhaus wurden Materialien geprüft sowie in den  Werkstätten und auf der Bühne das Zusammenspiel von Form, Farbe und Bewegung untersucht. Die Studierenden wurden in allen werkkünstlichen Disziplinen - Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk - ausgebildet.

Dem Ruf an das Bauhaus folgten die bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, u.a. Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Johannes Itten, Georg Muche, Paul Klee, Wassily Kandinsky, László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer. Das Bauhaus zog aufgrund heftiger Anfeindungen und Kürzungen des Schuletats sechs Jahre nach der Gründung nach Dessau um. Ein Spaziergang mit Führungen zu den UNESCO-Welterbestätten des Bauhauses in Weimar. Dazu zählen das Hauptgebäude der Bauhaus-Universität mit Vestibül, Treppenhäusern, Wandbildern, Ateliers, Gropius-Zimmer und Winkelbau, der Ilmpark mit Tempelherrenhaus sowie das Haus Am Horn.

In Jena spannt der Spaziergang durch die Stadt den Bogen von Henry van de Veldes Jugendstil bis zum Bauhaus mit den beiden Villen von Walter Gropius. Die Bauhauskünstler fanden in Jena einen Ort zur Umsetzung und Darstellung ihrer Ideen in einem der modernen Kunst gegenüber aufgeschlossenen Umfeld. Die beiden im Original erhaltenen und sorgfältig sanierten Gebäude „Haus Auerbach“ und „Haus Zuckerkandl“  zeugen von dem Interesse und Engagement für die Ideen des Bauhauses. Die in Jena angesiedelte Industrie, die innovative Materialien und Techniken entwickelte, bereitete dem frühen Bauhaus die Grundlage für die Entwicklung der Typenproduktion und Gestaltung. Die Produkte der Jenaer Schott-Werkewurden mit dem Design von Gerhard Marcks und anderen weltberühmt. 

Das in Dessau zu besichtigende Bauhausgebäudeentstand von 1925 bis 1926 nach Plänen von Walter Gropius als Schulgebäude für die Kunst-, Design- und Architekturschule Bauhaus. Das Besondere am ganzen Komplex ist neben der damals neuartigen funktionalen Trennung durch einzelne, zu einem Organismus gefügte Einzelbaukörper, die völlig in Glas aufgelöste Wand des Werkstättentraktes, die in der damaligen Zeit für große Aufregung sorgte. Es herrscht der Eindruck von Transparenz, Leichtigkeit und Flächigkeit. Diese neuartige, transparente Monumentalität hatte alle herrschenden Vorstellungen von Ästhetik überwunden. Seit 1996 ist der Gebäudekomplex Teil der UNESCO-Welterbestätte Bauhaus, zu der in Dessau auch die Meisterhäuser und seit die Laubenganghäuser  zählen.

In der Nähe des Bauhausgebäudes baute Walter Gropius die Meisterhäuser. Sie dienten als  Unterkunft für die Meister des Bauhauses und waren gleichzeitig Musterhäuser für modernes Wohnen.  Gezeigt werden das Einzelhaus Gropius sowie jeweils die Doppelhäuser Moholy-Nagy/Feininger, Muche/Schlemmer und Kandinsky/Klee. Kennzeichnend für die Architektur der Häuser sind die kubische Form mit Flachdach, große, einfarbige Flächen und große Fenster, die eine Verbindung von Innen und Außen herstellen. Diese Verbindung wird auch durch die großen Terrassen und Balkone sowie die zahlreichen Türen thematisiert.