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Luthers Weg von Worms nach Kiel – Hier stehe ich, ich kann nicht anders – Gott helfe mir, Amen.

Neben dem Thesenanschlag gilt Luthers Auftritt vor Kaiser und Reich in Worms am 18. April 1521 als eines der wichtigsten Ereignisse des Reformationszeitalters, ja der deutschen Geschichte überhaupt. Der gefallene Mönch aus Wittenberg widerrief nicht, ließ allein Gott und die Heilige Schrift als Autoritäten gelten und kam – anders als der böhmische Reformator Johann Hus ein gutes Jahrhundert zuvor – mit dem Leben davon. Bereist unter Luthers Zeitgenossen fand die in vielfachen Variationen kolportierte Szene, bei der auch einige junge Männer aus dem Norden des Reiches zugegen waren, große Beachtung; in der von Anton von Werner 1869/70 für die Aula der Kieler Gelehrtenschule als monumentales Historienbild gemalten Version wurde sie zu einer der Ikonen der kleindeutsch-preußischen Geschichtsausdeutung. Gerade aus Kieler Perspektive lohnt sich deshalb zum 500. Jubiläum ein Blick auf die Wormser Ereignisse und ihre Wirkungsgeschichte.

Prof. Dr. Detlev Kraack, geb. 1967 in Flensburg, studierte Mathematik, Geschichte und Klassische Altertumswissenschaften in Kiel, Freiburg i. Br., Basel und Palermo. Nach der Promotion in Mittlerer und Neuerer Geschichte und dem Staatsexamen in Kiel war er wissenschaftlicher Assistent an der TU Berlin und habilitierte sich dort in Mittelalterlicher Geschichte und Landesgeschichte. Seit 2002 ist er als Lehrer für Latein und Geschichte im gymnasialen Schuldienst in Schleswig-Holstein tätig und unterrichtet derzeit am Gymnasium Schloss Plön. Er ist Sprecher des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, stellv. Vorsitzender der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte und langjähriges Mitglied des HEA-Gesprächskreises zur Geschichte (und Kultur).