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21.08.2021

 

Zu den bedeutendsten adeligen Gütern im Landesteil Schleswig gehört seit alters her Gelting, das 1231 zu den Besitzungen des dänischen Königs Waldemar II. gehörte. Der Nordfriese Sönke Ingwersen aus Langenhorn hatte lange im Dienst der Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) gestanden, zuletzt als Resident in Cheribon auf Java. Nachdem er in die Heimat zurückgekehrt war, erwarb er 1758 vom dänischen König Friedrich V. Gut Gelting. Im Folgejahr erhob ihn der König unter dem Titel eines Baron von Geltingen in den dänischen Adelstand, 1777 erlangte er durch den deutschen Kaiser den Reichsfreiherrenstand. Er führte nun den Namen Seneca Baron v. Geltingen. Jetzt benötigte er eine angemessene Residenz in Gelting. Der vorhandene Mittelbau wich einem neuen um 1770 in doppelter Tiefe errichteten, zweigeschossigen Bau mit großen holländischen Schiebefenstern und hohem doppelten  Walmdach. Die Innenräume wurden völlig neu gestaltet und von den Brüdern Michel Angelo und Francesco Antoni Daddei stukkiert. Ein wirkliches Schloss entstand. Der Gartenarchitekt Johann Caspar Bechstedt legt für den Sohn und Besitznachfolger einen Teil des Gartens nach französischem Vorbild, einen anderen nach englischem Muster an. Bereits 1789 wurden durch Rudolph 2. Baron von Geltingen die Leibeigenschaft aufgehoben und Teile des Hoffeldes parzelliert. Heute wird das Anwesen von den Nachfahren bewirtschaftet. Baron und Baronin v. Hobe-Gelting setzen zudem mit Ferienwohnungen auf eine zeitgemäße Nutzung der behutsam restaurierten historischen Bauten des Gutsareals.

Die Landschaft wurde während der letzten Eiszeit geformt, vom Meer gestaltet und vom Menschen kultiviert. Im Naturschutzgebiet Geltinger Birk können im Laufe eines Jahres rund 200 Vogelarten beobachtet werden, darunter auch wieder fast täglich der Seeadler.

Die Geltinger Kirche St. Katharinen wurde als gotische Backsteinkirche begonnen, von der noch Teil erhalten sind. Christian Friedrich Rudolph 2. Baron v. Geltingen verdankt die Kirche ihre heutige Gestalt.1792-94 wurde der gotische Chor vom Schleswiger Baukonsulenten Reimers abgerissen und das Schiff nach Osten verlängert. 1793 -94 entstanden vier Gutslogen für  die Güter Gelting, Düttebüll, Priesholz und Oehe.