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Interpretation oder Destruktion? Zu Heideggers erstem Kantbuch (1929) in der Kritik

Martin Heideggers Ausgangsbuch „Sein und Zeit“ von 1927 hatte mit seiner nichtnormativen lebensweltlichen Seinsanalyse eine ungeheure Wirkung in der damaligen philosophischen Szene. Um seine radikal neue Deutung der Philosophie zu untermauern, setzte sich Heidegger ausdrücklich mit Immanuel Kant auseinander und das zum ersten Mal im Zusammenhang in seinem Buch  „Kant und dasProblem der Metaphysik“ von 1929. Dort stellt er die Einbildungskraft in den Mittelpunkt seiner Interpretation, da diese für Heidegger das zeitliche und erlebnishafte Erfassen der Existenz möglich macht.

Schon früh wurde Heidegger für diese Kant-Interpretation kritisiert, vor allem von seinem Kollegen und Marburger Nachfolger Julius Ebbinghaus, der gegen jede fundamentale Seinsanalyse auch während der NS-Zeit am kantischen universalen Rationalismus festhielt. Der Vortrag geht der Frage nach, wie sich Heideggers Kant-Interpretation aus damaliger und heutiger Sicht darstellt.

Prof. Dr. Marion Heinz ist emeritierte Professorin für Philosophie an der Universität Siegen. Sie ist Herausgeberin von Band 44 der Heidegger-Gesamtausgabe.