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„High auf Rezept?” – Welchen Stellenwert hat Cannabis in der Medizin?

Cannabishaltige Arzneimittel sind oft Gegenstand heftiger, zum Teil ideologisch gefärbter Diskussionen. Sind sie eine Wunderdroge oder nur ein Schleichweg zum legalen Rauschmittelkonsum? Aufklärung ist hier dringend erforderlich.

Cannabis selbst ist kein einzelner Wirkstoff, sondern ein Gemisch aus hunderten von Bestandteilen, die nur zu einem Teil
berauschend wirken. Andere werden sogar als Nahrungsergänzungsmittel frei am Markt angeboten. Cannabisprodukte werden bereits seit Jahren in seltenen Fällen der Palliativmedizin angewandt. Durch eine Gesetzesänderung Anfang 2017 wurde es nun erleichtert, dass schwer erkrankte Patienten sie in bestimmten Fällen auf Rezept erhalten können. Die Haupteinsatzgebiete sind Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei Tumorerkrankungen oder HIV/Aids, sowie chronische, vor allem neuropathische Schmerzen. Die wissenschaftliche Datenlage ist eher dürftig, was die nüchterne Betrachtung erschwert und Raum zur Mystifizierung gibt. In seinem Vortrag wird Herr Prof. Repp auf das Indikationsspektrum eingehen, bei dem ein Therapieversuch mit cannabishaltigen Arzneimitteln gerechtfertigt ist, vor allem wenn vorhandene, zum Teil deutlich potentere Substanzen versagen.

Prof. Dr. Roland Repp ist Chefarzt der 2. Medizinischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Kiel.