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Gott höchst persönlich – Zur Berechtigung und zu den Grenzen personaler Gottesvorstellungen.

Wenn wir uns Gott als Person mit entsprechenden Eigenschaften vorstellen, z. B. als liebevollen Vater, der sich besorgt um seine Geschöpfe kümmert, hat die Religionskritik leichtes Spiel. Denn dann sieht es so aus, als ob sich Menschen Gott nach ihrem Bilde schaffen – ohne Anhalt an der Realität. Wenn wir uns aber Gott nicht als Person, sondern als abstraktes Prinzip (z. B. als Sein selbst oder als alles bestimmende Wirklichkeit) vorstellen, dann droht die Relevanz des Glaubens für unser alltägliches Leben verloren zu gehen. Dieses Dilemma provoziert die Frage, was denn überhaupt eine Person ausmacht, um zu überlegen, ob und inwieweit von Gott als Person gesprochen werden kann.

Hartmut Rosenau ist Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Kiel.