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14.09.2018

Zwischen Humboldt und Kreuzberg: Berlin alternativ

So unterschiedliche Stationen wie das nach den Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt benannte Forum im neuen Berliner Schloss und die Kieze im Ortsteil Kreuzberg stehen auf dem Programm dieser Wochenendkursion.

Ab Herbst 2019 wird erstmalig das Humboldt-Forum im wiederaufgebauten  Berliner Stadtschloss für das Publikum zugänglich sein, zunächst jedoch nur  über Ausstellungen in den beiden unteren Etagen. Im Humboldt Forum werden die Sammlungen des Ethnologischen Museum zu den Kulturen Ozeaniens, Amerikas und Afrikas sowie die des Museums für Asiatische Kunst ausgestellt. Mit der Verknüpfung zu den Sammlungen zur europäischen Kunst und Kultur auf der Museumsinsel soll hier ein Dialog der Weltkulturen stattfinden.

Das neue Schloss entsteht an der gleichen Stelle, an der die Überreste des schwerbeschädigten Schlosses 1950 gesprengt worden waren. An der Nord-, West- und Südseite sind die Barockfassaden nach historischem Vorbild rekonstruiert. Die Fassade des Schlüterhofs verspricht dabei, das „schönste Stück Barock“ zu werden. Die Ostseite am Spreeufer ist in moderner Architektur entstanden.

Die Museumsinsel Berlin bildet ein unvergleichliches Bauensemble, das einzigartige Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte Europas und der Mittelmeerregion beherbergt und seit nunmehr zehn Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Keimzelle ist das von Schinkel zwischen 1823 und 1830 erbaute Alte Museum, das heute die Schätze der Antikensammlung präsentiert: von bemalten Vasen über den "Betenden Knaben" bis hin zu farbigen etruskischen Architekturfragmenten.

Das Neue Museum errichtete Stüler zwischen 1843 und 1855. Nach umfänglichen Umbau- und Restaurierungsarbeiten durch das Büro David Chipperfield geht heute der Stil des späten Klassizismus einen intensiven Dialog mit der strengen zeitgenössischen Formensprache ein. Das Neue Museum zeigt neben der Nofretete kostbare Objekte aus der Vor- und Früh-geschichte, so die berühmte Troja-Sammlung Heinrich Schliemanns.
In der Alten Nationalgalerie befinden sich Gemälde und Skulpturen, welche die großen Strömungen in der Kunst von der Goethezeit bis zum Realismus veranschaulichen.

Werken von Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst sind im  Bode-Museum den europäischen Skulpturen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert Arbeiten der jeweiligen Epoche aus der Sammlung der Gemäldegalerie zur Seite gestellt.
D
ie Antikensammlung im Pergamonmuseum zeigt den Pergamonaltar und neben antiker griechischer und römischer Plastik zahlreiche jahrhundertealte Kostbarkeiten, wie das blau leuchtende Ischtar-Tor im Vorderasiatischen Museum  und im Museum für Islamische Kunst die filigran verzierten Steinfassade von Mschatta.

Im Zuge einer umfassenden Sanierung entstand in Zusammenarbeit der Antikensammlung des Pergamonmuseums mit Yadegar Asisi die Ausstellung „PERGAMON. Meisterwerke der antiken Metropole und 360°-Panorama von Yadegar Asisi“. Die Gesamtpräsentation der Skulpturen aus dem Museum mit dem Asisi-Panorama ermöglicht ein besonderes Ausstellungserlebnis. Das Panorama führt zurück in das Jahr 129 n. Chr. und zeigt die antike Stadt Pergamon unter der Regierung des Kaisers Hadrian. Nicht zuletzt ist hier der Pergamonaltar in seinem ursprünglichen baulichen Kontext auf der Akropolis zu erleben. 

Nahezu  alle berühmten Bildwerke der Stadt wie der Telephos-Frieses vom Pergamonaltar,  der sog. „Schöne Kopf“, das kolossale Haupt des Herakles, die Porträts der Könige, die Tänzerin aus dem Palast, die Prometheus-Gruppe oder die Kreuzband-Athena sind zu sehen.

Der geführte Besuch durch Kreuzberg spürt dem Ruf dieses Ortsteils aus den unruhigen Zeiten vor dem Mauerfall nach und ebenso dem Wandel von der alternativen Künstlerszene in die Kreativphase. Seine überregionale Bekanntheit verdankt der östliche Bereich (SO 36) von Kreuzberg vor allem der bewegten Geschichte in den 1970er und 1980er Jahren als Zentrum der Alternativbewegung und der Hausbesetzerszene. Fast ein Drittel der rund 160.000 Einwohner sind Migranten, viele Türkeistämmige und deren Nachkommen, vor allem im Wrangelkiez. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts verändert sich allerdings die Bevölkerungsstruktur, da der Ortsteil zu den Szenevierteln Berlins gehört.

Steht Kreuzberg 36 für das Bild eines Kiezes, der "bunt, dreckig, versoffen, alternativ, multikulturell" ist, verkörpert Kreuzberg 61 einen Kiez mit gehobenerem Ambiente und bürgerlicher Wohnkultur. Für Besucher sind beide Kieze unbedingtes Muss und haben beide Schönes und Hässliches zu bieten.

Für den ersten Abend ist fakultativ die Möglichkeit gegeben, eine Karte für den gemeinsamen Besuch des Berliner Kabaretts  zu erwerben.