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24.08.2019

"Großes adeliges Gut Bothkamp sowie die Kirchen von Kirchbarkau und Brügge in Holstein"

Wir beginnen unsere Exkursion in Kirchbarkau. Die längliche Backsteinsaal-kirche St. Katharinen von 1695 weist in beiden Längswänden noch spätmittel-alterliches Mauerwerk auf und wird in Zusammenhang mit dem frei stehenden Glockenturm älter sein. Der Hauptdachstuhl wird auf die Mitte des 15. Jahr-hunderts datiert. Die Patronatskirche des Gutes Bothkamp beherbergt neben dem Gemeindegestühl ein Rantzaugestühl von 1586. Ältestes Ausstattungsstück ist die gotische Taufe. Eine historische Orgel von Marcussen & Sohn vervollständigt die Ausstattung.

Im Anschluss besuchen wir die eindrucksvolle, baulich sowie landschaftlich herausragende große Gutsanlage Bothkamp, die im 16. Jahrhundert durch Johann Rantzau begründet wurde. Mit seinen 6.000 ha war Bothkamp bis ins 20. Jahrhundert das größte Einzelgut in Holstein. In den nachfolgenden Jahrhun-derten wurde das Anwesen vorwiegend von Familien der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft bewirtschaftet. Seit 1812 wird das Gut von der Familie v. Bülow bewirtschaftet. Das Herrenhaus am Bothkamper See kann für standesamtliche Trauungen und Tagungen genutzt werden und war mehrfach Filmkulisse. Inmitten des Quellgebietes der Eider liegt der Ruhe Forst Bothkamp.

1711 errichtete man das Kieler und 1714 das Hamburger Torhaus. Letzteres wirkt wie ein Schloss und beherbergt als Großes Torhaus seit 2012 im historischen Ambiente eine umfangreiche Möbelausstellung von Antik-Hense mit Antiqui-täten, die sich im rechten Kavalierhaus fortsetzt. Ein großer Park mit alter Lindenallee und angrenzendem Wald gehört zum Anwesen. Wir besichtigen die eindrucksvolle Gutsanlage mit Conrad v. Bülow. Der Bothkamper See mit weitem Holsteiner Hügelland zeigt sich wie ein Landschaftsgemälde.

Im Zuge der mittelalterlichen Kolonisation wurde zu Brügge eine erste Kapelle errichtet (1215 erwähnt). Im nördlichen Teil des Mutterkirchspiels Neumüster entstanden bald nach 1238 die selbstständigen Pfarreien Brügge, Flintbek sowie urkundlich nachweisbar ab 1242 Kiel. Die spätromanische Feldsteinkirche St. Johannis wurde Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen. Chor unter gotischem Achtrippengewölbe auf Stuckkonsolen. Ein nachmittelalterlicher vierkantiger Holzturm mit hohem Helm schließt sich im Westen an. Spätgotische Predella, Chorgestühl und Kruzifix. Im Turm Glocke vom Lübecker Ratsgießer Lorenz Strahlborn 1730.