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10.08.2019

Zu Besuch in den Schlössern Ahrensburg und Reinbek

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten des Kreises Stormarn, die auf dem Besuchs-programm stehen, zählen Schloss Ahrensburg und Schloss Reinbek.

Schloss Ahrensburg, ein kleines Wasserschloss, ist eines der Hauptwerke der Renaissance-Architektur in Schleswig-Holstein. Eine steinerne Brücke auf der Nordseite führt in das schlichte Vestibül. Die Paneele des in dunklem Eichenholz vertäfelten Speisezimmers stammen aus einer Pariser Manufaktur. Durch einen kleineren Salon gelangt man in den mit großen Blumenstillleben geschmückten Gartensaal. Über einen weiteren Salon führt der Rundgang in das große Treppenhaus.  Die eigentliche Treppe ist eine freistehende barocke Konstruktion aus Eichenholz. Im mittleren Stockwerk befinden sich neben den ehemaligen Schlaf- und Wohnräumen der gräflichen Familie zwei große Säle: der Emkendorf- Saal mit großformatigen Porträts sowie der mit einem sternförmigen Parkett ausgelegte Festsaal. Zu den erhaltenen Kunstwerken der Originalausstattung im Schloss gehören Tierstillleben von Stranover, Landschaftsgemälde von Hackert und von  Pellicia gemalte Tapeten im Stil des klassischen Altertums.

Die Schlosskirche am Markt wurde gleichzeitig mit dem Schloss zwischen 1594 und 1596 errichtet und sollte der Familie Rantzau als Grablege dienen. Der schlichte, nach-gotische Backsteinbau besteht aus einem länglich rechteckigen Saalraum mit einer Kassettendecke aus kleinen kreuzgerippten Feldern. Um 1716 wurde die Kirche mit einer reichen barocken Ausstattung versehen. Aus der Erbauungszeit sind noch der Altartisch und Teile der Bestuhlung erhalten. Die Orgel wurde 1640 von Friedrich Stellwagen erbaut.

Die Gottesbuden bei der Schlosskirche dienten früher für einen geringen symbolischen Beitrag als Unterkunft für Bedürftige. Um die Bedürftigen und Alten seines Gutes unterbringen zu können, ließ Peter Rantzau zeitgleich zwei Reihen mit je 12 sogenannter Gottesbuden an der Süd- und Nordseite des Friedhofes anbauen.

In dem nur etwa 25 km entfernten Reinbek erbaute Herzog Adolf I v. Schleswig-Holstein-Gottorf auf dem ehemaligen Klostergelände Schloss Reinbek im Stil der niederländischen Renaissance. Über 200 Jahre war das Schloss Sitz des königlich dänischen Amtmanns und ab 1867 des preußischen Landrates. 1874, als das Landratsamt verlegt wurde, wurde das Schloss verkauft und anschließend sehr unterschiedlich genutzt. Von 1977 bis 1987 erfolgte eine mustergültige Restaurierung des Schlosses. Eine  wunderschöne Renaissance-Architektur mit beeindruckenden Räumen und kostbaren, erst im Zuge der Restaurierung wieder freigelegten bemalten Holzbalkendecken zeichnen Schloss Reinbek aus.

Unmittelbar nach dem Bau des Schlosses ließ Herzog Adolf 1576 rund um das Schloss Gärten anlegen. Sie dienten zur Versorgung der Küche wie auch als Lustgarten. Später wurde das Gelände mit dem Mühlenteich zum Schlosspark mit Sommer- sowie ungarische Silberlinden, mit Stiel-, Zerr- und Roteichen umgestaltet.

Direkt gegenüber von Schloss Reinbek befindet sich das Museum Rade. Seit 1987 beherbergt das Museum in einer Gründerzeitvilla auf vier Etagen die Sammlung von Rolf Italiaander – ein grandioses, höchst ungewöhnliches Ensemble. Es gibt kein zweites Museum in Deutschland, in dem man auf engstem Raum von der Stammeskunst Melanesiens über Wahlplakate aus Ghana bis zu den Zeichnungen der Inuit im Norden Kanadas eine Sammlung derart bunter Kunstwerke besichtigen kann. Verblüffend ist die Zahl der Materialien und Stile. Überwältigend der Eindruck von der Vielfalt der Welt, den sie vermitteln.