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18.06.2018

Durchs Watt nach Neuwerk: Hamburgs Vorposten in der Nordsee

18.06.2018

Eine knappe Stunde braucht der Wattwagen für die Besuchstour von Cuxhaven zur Insel Neuwerk. Pferde ziehen die hohen, gelben Wagen auf dem Meeresgrund über den markierten Weg. Neuwerk gehört zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer, dem kleinsten der drei Nationalparks im deutschen Wattenmeer. Das gesamte Neuwerker Vorland besitzt große Bedeutung für den Vogelschutz, beispielsweise als Rastplatz für Pfeifenten, Ringel- und Nonnengänse während des Vogelzuges oder als Nistplatz für von Seeschwalben, Möwen und Enten und zur Brutzeit u.a. für den Rotschenkel.

Knapp 40 Bewohner, eine Inselschule mit sieben Kindern und nur drei Quadratkilometer Fläche hat die Insel. Sie gehört seit mehr als 700 Jahren zu Hamburg. Der mächtige Leuchtturm wurde 1310 als Wehrturm fertiggestellt und diente als Schutz der Elbmündung vor Seeräubern; er gilt als das älteste Bauwerk Hamburgs und als ältestes Profanbauwerk der gesamten deutschen Küste. Von der Aussichtsplattform haben Besucher einen weiten Blick über die Insel und bis zum Festland. Verstreut stehen die wenigen Häuser auf dem grünen Land, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.

In das frühere Haus des Leuchtturmwärters ist die Nationalpark-Station eingezogen und zeigt eine interessante Ausstellung über das Hamburgische Wattenmeer. Nachdenklich stimmt der 1319 geweihte "Friedhof der Namenlosen", auf dem Tote begraben sind, welche die See angespült hat.

Zurück mit der "MS Flipper" nach Cuxhaven führt die Busfahrt in das nur wenige Kilometer entfernte Otterndorf an der Elbmündung mit seiner historischen Fachwerkhaus-Altstadt und einer Vielzahl sehr sehenswerter Gebäude. Die Lateinschule aus dem 17. Jahrhundert hat einen besonderen Ruf, weil Johann Heinrich Voß, Dichter und bedeutender Übersetzer der Epen Homers (Ilias und Odyssee) sowie anderer griechischer und römischer Klassiker hier als Rektor wirkte. Als eines der bedeutendsten Baudenkmäler links der Niederelbe gilt das Kranichhaus mit seiner barocken Fassade. Dann ist da noch die Speicherstadt mit dem Bullschen Speicher als einem der größten aus Backstein und Fachwerk gebauten Speicherhäuser überhaupt.