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Der stumme Frühling – Zur Notwendigkeit eines umweltverträglichen Pflanzenschutzes

Nach Vorgaben der Europäischen Union soll die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht zu einem Rückgang der Biodiversität führen. Allerdings haben Studien gezeigt, dass diese Wirkstoffe in ihrem derzeitigen Einsatz eine schädliche Wirkung auf Ökosysteme und die biologische Vielfalt haben. Um diese Lücke zwischen gesetzlicher Intention und Realität zu schließen, muss das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel überarbeitet werden. Langfristig müssen die unterschiedlichen Regelwerke bezüglich Gewässerschutz, Pflanzenschutzmittel-, Chemikalien-, Biozidzulassung und Naturschutz harmonisiert werden. Dabei könnten regionale Managementsysteme eingeführt werden, z. B. die Definition von Obergrenzen für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in räumlichen Einheiten. Die notwendigen Maßnahmen zur Überarbeitung der Pflanzenschutzmittelzulassung sind umfangreich und sie sollten unter Einbezug aller relevanten gesellschaftlichen Interessengruppen entschieden werden.

Prof. Dr. Andreas Schäffer ist Chemiker und Professor für Umweltbiologie und Chemodynamik an der Universität RWTH Aachen (Institut für Umweltforschung). Er arbeitet auch in verschiedenen Gremien, die sich mit der Risikobewertung von Chemikalien befassen (Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit BVL, Bundesinstitut für Risikobewertung BfR, Nationale Akademie der Wissenschaften
Leopoldina).