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Auftakt zur Katastrophe: Der zweite Prager Fenstersturz und der Weltkrieg der Religionen (1618 - 48)

Der Dreißigjährige Krieg brach aus, als sich das Zahlenverhältnis im siebenköpfigen Kurkolleg des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation  von 4:3 zuungunsten der Katholiken in 3:4 verwandelte. In hellem Aufruhr hatten die böhmisch-mährischen Stände ihren habsburgischen Landesherrn abgesetzt und seine drei Emissäre 18 Meter tief aus dem Ladislaus-Saal der Prager Burg gestürzt. Sie wählten dann einen Ultracalvinisten zum König und Kurfürsten von Böhmen.

Was folgte war die größte von Menschen gemachte Katastrophe vor dem 20. Jahrhundert ­– ein Weltkrieg der Religionen. Über drei Jahrzehnte brachte er Schrecken und Barbarei ungeahnten Ausmaßes vor allem über Deutschland, dessen Bevölkerung in diesem Zeitraum um etwa ein Drittel von 17 auf 10 Millionen Menschen schrumpfte.

Prof. Dr. Dr. Ulrich Matthée ist emeritierter Professor an der CAU Kiel mit den Schwerpunkten politische Ideengeschichte und Vergleichende Regierungslehre.