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ABSAGE! Die DNA der Parteien - zwischen Schein und Sein

 

Wir möchten dazu beitragen, die Infektionsketten zum Coronavirus (COVID-19) zu unterbrechen und damit die Ansteckungsmöglichkeiten zu reduzieren. Daher haben wir uns dazu entschieden, diese Veranstaltung abzusagen.

Die deutsche Parteienlandschaft wurde bis an die Gegenwart heran durch jene Hauptströmungen der konservativen und liberalen Honoratiorenparteien sowie der Weltanschauungs- und Milieuparteien des Katholizismus und der sozialistischen Arbeiterbewegung mitgeprägt, die sich im Kaiserreich herausgebildet hatten, während der Weimarer Republik krisenhaft zerfielen und nach der NS-Herrschaft im „Zweieinhalb-Parteien-System“ der „alten“ Bundesrepublik mit den dominierenden „Volksparteien“ CDU/CSU und SPD und der FDP als langjähriges „Zünglein an der Waage“ unterschwellig fortlebten. In den 1980er Jahren begann sich diese festgefügte Struktur durch das Hinzutreten der GRÜNEN als Partei der Neuen Sozialen Bewegungen aufzulockern und seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich schrittweise ein fluides Mehrparteiensystem herausgebildet, dessen Entwicklung und Struktur durch die Schlagworte Fragmentierung, Apathie und Volatilität charakterisiert werden.

In dem Workshop wird diese Entwicklung zunächst in ihren Grundzügen veranschaulicht, um darauf aufbauend in methodisch aufgelockerter, auch handlungsorientierter Form jene Herausforderungen in den Blick zu nehmen, denen der parlamentarisch-pluralistische Parteien- und Verbändestaat Bonner Provenienz ausgangs der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts im Zeichen einer anhaltenden „Krise der Legitimation“ konfrontiert wird. Ein Schwerpunkt wird dabei auf den Schlüsselfragen liegen, ob und wie sich die bisherigen „Volksparteien“ unter dem Druck von Struktur- und Wertewandel als weiterhin politikprägende Akteure „umerfinden“ können, ob die GRÜNEN diese stabilisierende Rolle künftig mit übernehmen werden oder ob der Bundesrepublik längerfristig „Weimarer Verhältnisse“ drohen.

Prof. Dr. Michael Ruck (Kiel), von 2001 bis 2020 Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte an der Europa-Universität Flensburg