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ABGESAGT! Emil Nolde - eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus

Wir möchten dazu beitragen, die Infektionsketten zum Coronavirus (COVID-19) zu unterbrechen und damit die Ansteckungsmöglichkeiten zu reduzieren. Daher haben wir uns dazu entschieden, diese Veranstaltung abzusagen.

Emil Nolde ist wohl der berühmteste „entartete Künstler”: Von niemandem sonst wurden so viele Arbeiten beschlagnahmt, keine anderen Werke hingen derart prominent auf den ersten Stationen der Schandausstellung „Entartete Kunst” von 1937/38. Doch wie passen Noldes Verfemung und sein Berufsverbot zu unserem Wissen, dass er NS-Parteimitglied war, für Adolf Hitler schwärmte und bis zum Kriegsende den Glauben an das nationalsozialistische Regime nicht verlor?

Was Noldes politische Einstellung mit seiner Kunst zu tun hat und wie sich die historischen Umstände des Nationalsozialismus auf sein Schaffen ausgewirkt haben, wurde erstmals 2019 in  der Berliner Ausstellung „Emil Nolde – Eine deutsche Legende” thematisiert. Sie beruhte auf den Ergebnissen eines langjährigen Forschungsprojekts, das so viel Neues zu Tage förderte, dass die hergebrachte Nolde-Erzählung revidiert werden muss. So lassen sich etwa die berühmten „Ungemalten Bilder” – kleinformatige Aquarelle, die Nolde angeblich während der Zeit seines Berufsverbots
heimlich in Seebüll gemalt hat – nun als Teil einer langjährigen Praxis der Selbststilisierung erkennen.

Dr. Christian Ring, seit 2013 Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, stellt die neuen Forschungsergebnisse vor und untersucht in seinem Vortrag das vielschichtige Gewebe von Kunst, Selbstinszenierung, Verfemung und Legendenbildung.