Historie

Die Hermann Ehlers Stiftung e. V. (HES) ist eine politische, der CDU nahestehende Stiftung. Sie ist Trägerin der Hermann Ehlers Akademie (HEA), zuständig für die politische Bildungsarbeit, und zweier Studentenwohnheime in Kiel, das Hermann-Ehlers-Haus (HEH) und das Kai-Uwe-von-Hassel-Haus (KUvHH). Die Stiftung ist benannt nach Hermann Ehlers, der von 1950 bis 1954 Präsident des Deutschen Bundestages war. Hermann Ehlers war ein kirchlich stark engagierter Mensch, der nach dem Krieg in Niedersachsen lebte und dort auch verstarb. Er hatte 1955 sehr gute Chancen Ministerpräsident von Niedersachsen zu werden. Er verstarb mit nur 50 Jahren und völlig überraschend.

Die Hermann Ehlers Stiftung wurde in Hannover gegründet und hat sich wohl auch deswegen einen über Parteigrenzen hinweg hoch geschätzten, in Niedersachsen verwurzelten Namenspatron gesucht. Darüber hinaus waren Kai-Uwe von Hassel, der Gründe der Stiftung, und Hermann Ehlers zeitgleich politisch aktiv, wenn auch in verschiedenen Bundesländern. Jutta Ehlers, die Witwe Hermann Ehlers’, gehörte am 22. März 1968 zu den Mitbegründern der Stiftung, gemeinsam mit etwa Dr. Gerhard Stoltenberg war sie Beisitzern im ersten Stiftungsvorstand.

Seit 1975 vergibt die Hermann Ehlers Stiftung einen Förderpreis an junge Menschen, die durch ihre bisherige Tätigkeit einen Beitrag zur weiteren Ausgestaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Deutschland geleistet haben. 1998 wurde Preis nach dem Stiftungsgründer Kai-Uwe von Hassel benannt. Ferner wird seit 1975 der Hermann Ehlers Preis an Menschen vergeben, sich um die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland verdient gemacht gemacht haben. Verliehen wurde der Preis u.a. an Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl.

Die Arbeit der Stiftung ruhte von Beginn auf zwei Säulen, nämlich der Bereitstellung studentischen Wohnraums und auf der politischen Bildungsarbeit. Anders als heute war die HES bis Anfang der 90er in ganz Norddeutschland aktiv und zwar sowohl mit einem Akademiebetrieb, als auch mit Studentenwohnheimen. Erst infolge der Wiedervereinigung Deutschlands und der damit einhergehenden Herausforderungen – auch für die politische Bildungsarbeit – kam es zu einer Kooperationsvereinbarung mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS), nach der die HES ihre politische Bildungsarbeit lediglich auf Schleswig-Holstein konzentriert, dafür aber als „kleine Schwester“ der KAS fortbestehen kann. Die Wohnheime außerhalb Schleswig-Holsteins wiederum wurden weiter betrieben und erst nach und nach verkauft. Die Erlöse machten es möglich, das Wohnheim in Kiel-Porjensdorf zu sanieren und mit der Stiftung in das ehemalige Gästehaus der Landesregierung im Niemannsweg umzuziehen. Im Dezember 2019 bzw. im Januar 2020 wurde dann ein neues Wohnheim auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität eröffnet, das155 Studentinnen und Studenten Wohnraum bietet.

Die Gründung der Stiftung fällt in die Zeit der weltweiten Studentenunruhen und in eine Zeit des politischen Wechsels in Deutschland: im Herbst 1969, nur etwas mehr als ein Jahr nach Gründung der Stiftung, wurde erstmals ein Sozialdemokrat Deutscher Bundeskanzler. Die HES ist nicht als politischer Gegenentwurf zu dem damals weit verbreiteten Wunsch zu verstehen, dass mehr Demokratie gewagt werden und die deutsche Geschichte einer ernsthaften Aufarbeitung unterzogen werden müsse.

Christdemokratinnen und Christdemokraten waren sich damals in der Frage einig, dass die damals noch recht junge deutsche Demokratie engagierte Demokratinnen und Demokraten brauchte – in den protestierenden Studentinnen und Studenten der späten 60er sahen sie diese Demokratinnen und Demokraten allerdings nicht. Die HES ist demnach kein Gegenentwurf, sie war eher ein eigener Ansatz, gegründet und getragen von Menschen, die nicht in einer Demokratie aufgewachsen waren und die die Vision hatten, dass Deutschland sich eine tragfähige demokratische Tradition nur dann würde erarbeiten können, wenn man junge Menschen zu begeisterten Demokraten erzieht. Dieser Ansatz trägt bis heute.

Die Stiftung hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Der wesentliche satzungsgemäße Zweck ist es, die politische Bildung auf freiheitlicher, demokratischer und christlicher Grundlage zu fördern. Die Arbeit muss auch der Förderung der Kultur, der Jugendarbeit und der internationalen Verständigung dienen. Dazu veranstaltet die Hermann Ehlers Stiftung in ihrer Akademie Vortrags- und Diskussionsabende, Foren und Seminare. Wichtige Darstellung werden in eigenen Schriftenreihen festgehalten. Daneben errichtet und unterhält die Stiftung Studentenwohnheime.

Die Organe der Stiftung sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand. In der Regel findet einmal jährlich eine Mitgliedertagung statt. Ebenso wie andere politische Stiftungen (Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Seidel-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung) wird auch die Hermann Ehlers Stiftung aus öffentlichen Mitteln finanziert. Teile des Haushaltes werden durch Teilnehmerbeiträge und Spenden gedeckt. Die Stiftung unterliegt der Prüfung durch Rechnungshof sowie zuwendungsgebende Stellen. Eine Stipendienvergabe erfolgt nicht. Der Sitz der Stiftung ist Kiel.

Persönlichkeiten, die uns prägen

Besondere Persönlichkeiten haben die Geschichte unserer Organisation geprägt und beeinflusst. Ihr Wirken ist der Grund dafür, dass wir heute auf einem reichhaltigen Fundament arbeiten können. Die Herausforderungen, denen sich diese Personen gegenübersahen, waren vielfältig und unterschiedlich: Sei es in der Gründungsphase, in der Ausweitung in Norddeutschland oder während der Konzentration auf Schleswig-Holstein. Durch das Wirken dieser Persönlichkeiten wurden die HES und HEA zu den Organisationen, die sich heute sind. Wir möchten Ihnen diese Personen vorstellen und an ihr Wirken erinnern.

Hermann Ehlers

Hermann Ehlers zählte zu den führenden Persönlichkeiten der jungen Bundesrepublik Deutschland. Er hat ihre geistigen Grundlagen und ihre verfassungsrechtliche Struktur entscheidend mitgestaltet. Seine Generation war geprägt von den tiefen historischen Einschnitten 1919, 1933 und 1945. Sie hat die Wendepunkte, Tiefpunkte und Höhepunkte der jüngeren deutschen und europäischen Geschichte im persönlichen Werdegang gespürt und ist von ihnen gezeichnet worden. Männer und Frauen aus dieser Generation waren aufgerufen, den weitaus größeren Teil der Deutschen aus Verzweiflung und Unterdrückung, Massenelend und Entwurzelung in eine neue Ordnung hineinzuführen, welche die Achtung vor den Menschenrechten mit den Freiheitspostulaten der europäischen Geistesgeschichte verband.

Stark wirkten 1945 bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland das Trauma des Ermächtigungsgesetzes von 1933 sowie die bitteren Erfahrungen aus der Weimarer Republik nach. Diese Erlebnisse haben Hermann Ehlers ähnlich bestimmt wie Ernst Lemmer, Konrad Adenauer, Theodor Heuß, Jakob Kaiser, Reinhold Maier, Louise Schroeder Kurt Schumacher. Allgemeines Gedankengut dieser und anderer Persönlichkeiten der ersten Stunde war, dass die neue Republik eine freiheitliche und pluralistische, eine demokratische und föderative, eine soziale, eine rechtstaatliche und wehrhafte sein müsse. Gemeinsam haben sie – unter wesentlicher Mitwirkung von Hermann Ehlers – in freier Überzeugung und in gegenseitiger Achtung die Ordnung der neuen deutschen Republik gestaltet.

Hermann Ehlers, gewählt im Jahre 1950, prägte als Präsident des Deutschen Bundestages entscheiden dessen Arbeit und Verfahrensstil. Nachdrücklich trug er zum Stellenwert des Parlaments als einer erneut geachteten demokratischen Einrichtung bei, in der in öffentlicher, engagiert geführter Diskussion um zentrale Fragen der Politik gerungen wurde. Unüberhörbar setzte er sich politisch ein und stärkte mit der Gründung des Evangelischen Arbeitskreises das Gewicht der evangelischen Christen in der CDU/CSU. Als engagierter Christ und tätiges Mitglied seiner Gemeinde bemühte er sich um das ökumenische Gespräch  und suchte die Zusammenarbeit der beiden großen Konfessionen auch in der Politik. Im Jahr 1954, nach seiner Wiederwahl zum Bundestagspräsidenten, riss ihn ein allzu früher Tod aus seiner fruchtbaren Arbeit für die neue Demokratie.


Zur Öffentlichkeit des Glaubens, Vortrag von Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

„DIE NOT UNSERES VOLKES RUFT MICH, UND GOTTES GEBOT VERPFLICHTET MICH, AN DER NOT UNSERES VOLKES NICHT VORÜBER ZU GEHEN“ (Hermann Ehlers)

Dieses Wort des ehemaligen Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers (1904 – 1954) steht im Mittelpunkt des Vortrags von Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Anhand ausgewählter biographischer Stationen zeichnet sie nach, wie Hermann Ehlers die Öffentlichkeit des Glaubens verstanden und hergestellt hat. So soll sein publizistisches Wirken für die Zeitschrift der evangelischen Jugendverbände ebenso zu Gehör kommen, wie sein kirchliches Engagement in der Leitung der Bekennenden Kirche. Dass seit den 1950er Jahren Bundestagsdebatten für alle Bundesbürger live im Radio übertragen werden, würdigt die Landesbischöfin ebenfalls als Verdienst des Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers und lädt zum Nachdenken ein, wie sich an seine Ideale der Teilhabe und Mitbestimmung heute gemeinsam anknüpfen lässt.

→ Zum Vortrag


Weitere Informationen, vgl. KAS: Geschichte der CDU

Kai-Uwe von Hassel

Kai-Uwe von Hassel (geboren am 21. April 1913 in Gare, Deutsch-Ostafrika, heute Tansania; gestorben am 8. Mai 1997 in Aachen) war von 1954 bis 1963 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, von 1963 bis 1966 Bundesminister der Verteidigung, von 1966 bis 1969 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und von 1969 bis 1972 Präsident des Deutschen Bundestages.

Von Hassel absolvierte eine landwirtschaftlich-kaufmännische Ausbildung, sein Vater besaß eine Plantage im damaligen Deutsch-Ostafrika. Während des 2. Weltkrieges diente von Hassel als Dolmetscher im Militärgeheimdienst.

1946 wurde von Hassel Mitglied der CDU, deren Vorsitzender er von 1955 bis 1964 wurde.Von 1947 bis 1950 war von Hassel Bürgermeister von Glücksburg, danach Bürgervorsteher. 1954 wurde er als Nachfolger von Friedrich-Wilhelm Lübke zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt. Als Ministerpräsident führte er zwei Landesregierungen, von 1954 bis bis 1963.

1963 wurde von Hassel als Bundesminister der Verteidigung in das Kabinett Konrad Adenauers. Das Amt des Verteidigungsminister behielt er auch unter Bundeskanzler Ludwig Erhard. Danach war von Hassel im Kabinett Kiesinger, der ersten Großen Koalition, Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Am 5. Februar 1969 schied er aus der Bundesregierung aus, weil er zum Bundestagspräsidenten gewählt worden war.

Nach der Bundestagswahl 1969 wurde von Hassel trotz des Regierungswechsels zum Präsidenten des Deutschen Bundestages wiedergewählt, weil CDU und CSU weiterhin die stärkste Fraktion stellten.

Am 22. März 1968 gründete von Hassel die Hermann Ehlers Stiftung, deren Vorsitzender er bis 1993 blieb. Sein Nachfolger wurde Otto Bernhardt. 25 Jahre an der Spitze der Hermann Ehlers Stiftung machten Kai-Uwe von Hassel zur prägenden Figur der HES, es ist das große Verdienst seines Nachfolgers Otto Bernhardt, sein Wirken im fortgesetzt und die Stiftung erhalten zu haben – als Betreiberin von Wohnheimen, als Institution in der politischen Bildungsarbeit in Norddeutschland und als eigenständige kleine Schwester der Konrad Adenauer Stiftung.

Seit 1975 wird jährlich von der Hermann Ehlers Stiftung ein Förderpreis vergeben, der 1998 nach Kai-Uwe von Hassel benannt wurde. Der Preis ehrt jüngere Bürgerinnen und Bürger, die durch ihre bisherige Tätigkeit einen Beitrag zur weiteren Ausgestaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Deutschland geleistet haben. Ferner ist nach dem Gründer der Hermann Ehlers Stiftung das Kai-Uwe-von-Hassel-Haus benannt, ein Wohnheim für Studentinnen und Studenten auf dem Campus der Chrtian-Albrechts-Universität zu Kiel. Das Wohnheim bietet 155 Menschen Wohnraum. Das Wohnheim wird von der Hermann Ehlers Stiftung betrieben.

Die Kai-Uwe-von-Hassel-Stiftung wurde von Monika von Hassel in Erinnerung und zum Gedenken an das Wirken von Hassels für die Regensburger Domspatzen 2005 ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert Schüler des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen.

Weitere Informationen, vgl. KAS: Geschichte der CDU.

Gerhard Stoltenberg

Gerhard Stoltenberg (geboren am 29. September 1928 in Kiel; gestorben am 23. November 2001 in Bonn-Bad Godesberg) war von 1965 bis 1969 Bundesminister für wissenschaftliche Forschung, von 1971 bis 1982 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, von 1982 bis 1989 Bundesminister der Finanzen und von 1989 bis 1992 Bundesminister der Verteidigung. Er gehörte am 22. März dem ersten Vorstand der Hermann Ehlers Stiftung an. Er blieb der Stiftung sein Leben lang treu verbunden.

Gerhardt Stoltenberg wurde von Freunden wie Gegnern gleichermaßen beschrieben: Als geradlinig und analytisch, teilweise auch als spröde. Dabei prägte Stoltenberg in seiner lakonischen Art viele Redewendungen oder gar Aphorismen. Als „der große Klare aus dem Norden“ oder auch als „der kühle Klare aus dem Norden“ ging er in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein.

Gerhard Stoltenberg war ‚gelernter Historiker‘, sein Geschichtsstudium krönte er mit seiner Habilitation. Er hielt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auch als Bundesminister Lehrveranstaltungen ab.

1947 wurde Stoltenberg Mitglied der CDU, von 1955 bis 1961 war er Bundesvorsitzender der Jungen Union, von 1971 bis 1989 war er Vorsitzender der CDU Schleswig-Holstein. Von 1954 bis 1957 sowie von 1971 bis 1982 war er Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Von 1957 bis 1971 sowie von 1983 bis 1998 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Beinahe 20 Jahre lang stand Stoltenberg an der Spitze der CDU Schleswig-Holstein, er war damit Identitfikationsfigur und Übervater, vor allem nach dem Tode Dr. Uwe Barschels im Jahr 1987.

Nach der Bundestagswahl 1965 wurde Stoltenberg von Bundeskanzler Ludwig Erhard in das Amt des Bundesministers für wissenschaftliche Forschung berufen. Auch in der Zeit der Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger blieb er Bundesforschungsminister.

Seine Begeisterung für Forschung bzw. Wissenschaft und in diesem Kontext auch die Überzeugung, junge, begabte Menschen wissenschaftlich zu fördern und politisch zu bilden, mögen die Triebfeder gewesen sein, gemeinsam mit Kai Uwe von Hassel die Hermann Ehlers Stiftung zu gründen.

Nach der Bundestagswahl 1969 schied er aus der Bundesregierung aus und wurde im 1971 zum Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewählt. In dieser Eigenschaft war er von November 1977 bis zum Oktober 1978 Bundesratspräsident.

Nachdem die von 1969 bis 1982 amtierende sozialliberale Koalition endete und der Deutsche Bundestag Dr. Helmut Kohl zum Bundeskanzler wähle, wurde Stoltenberg zum Bundesminister der Finanzen ernannt. Im Zuge einer einer Kabinettsumbildung wurde er 1989 er Bundesminister der Verteidigung. Nach einer umstrittenen Waffenlieferung, übernahm Stoltenberg die Verantwortung und trat am 31. März 1992 vom Amt des Bundesministers der Verteidigung zurück.

Von 1996 bis zu seinem Tod war er der erste Vorsitzende des Kuratoriums der bundesunmittelbaren Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh im Sachsenwald.

Anlässlich des 20. Todestages von Gerhard Stoltenberg am 23.11.2021 hatten wir die Ehre, Frau Stoltenberg zu begrüßen:

(v.l.n.r. Jan Wilhelm Ahmling, Lorenz Schulz, Margot Stoltenberg, Enkel Karol Stoltenberg mit Lebensgefährtin, Dr. Richard Nägler)

Weitere Informationen, vgl. KAS: Geschichte der CDU

Otto Bernhardt

Otto Bernhardt (geboren am 13. Februar 1942 in Rendsburg; gestorben 8. Oktober 2021) war langjähriger Abgeordneter des Schleswig-Holsteinischen Landtages und des Deutschen Bundestages. Von 1979 bis 1984 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Schleswig-Holstein und damit der einzige Parlamentarische Staatssekretär in der Geschichte des Landes Schleswig-Holstein.

Otto Bernhardt war gelernter Bankkaufmann und Diplom-Handelslehrer. Bernhardt wurde 1958 Mitglied der Jungen Union geworden war und trat 1960 in die CDU ein. Er gehörte von 1970 bis 2006 dem Landesvorstand der CDU in Schleswig-Holstein an. Von 1970 bis 1985 war er Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. 1979 wurde er zum Parlamentarischen Staatssekretär im Kultusministerium in der von Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg geführten Landesregierung ernannt. Das Amt behielt er zunächst auch unter dessen Nachfolger Uwe Barschel. 1984 schied er aus dem Amt.

Von 1998 bis 2009 war Bernhardt Mitglied des Deutschen Bundestages und machte sich hier als ausgewiesener Finanzpolitiker einen Namen. Zugleich machte ich Bernhardt auch außerhalb der Politik einen Namen, etwa als selbständiger Unternehmensberater und als Liduidator von IG Farben.

Otto Bernhardt war von 1993 bis 2020 Vorsitzender der Hermann Ehlers Stiftung und seit 2001 Mitglied des Vorstandes der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er ist damit nach Kai-Uwe von Hassel der zweite Vorsitzende der Stiftung und übte das Amt sogar um zwei Jahre länger aus, als dessen Vorgänger. Seine Nachfolgerin ist Dr. Sabine Sütterlin-Waack.

In Otto Bernhardts Amtszeit fällt die organisatorische und strukturelle Neuaufstellung und -ausrichtung der Stiftung. Diese beinhaltete zunächst, dass sich die Hermann Ehlers Stiftung, die zunächst in ganz Norddeutschland präsent gewesen war, den Bereich des Landes Schleswig-Holstein zurückzog. Dies geschah im Rahmen einer Vereinbarung mit der großen Schwester der HES, der Konrad Adenauer Stiftung.

Sodann trennte sich die Stiftung von den Studentenwohnheimen außerhalb Schleswig-Holsteins, kernsanierte das Wohnheim in Kiel-Projensdorf und verlagerte den Sitz der Stiftung innerhalb Kiels in das ehemalige Gästehaus der Landesregierung im Niemannsweg 78. Ferner wurde Betreiben Bernhardts auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität ein neues Studentenwohnheim errichtet, das neuesten Anforderung entspricht, was Barrierefreiheit und Energieeffizienz angeht.

Otto Bernhardts bleibendes Verdienst ist es, die Hermann Ehlers Stiftung im Sinne ihres Gründers Kai-Uwe von Hassels fortgeführt und gleichzeitig an neuesten Erfordernissen ausgerichtet zu haben.

Ebenso wie Kai-Uwe von Hassel war Otto Bernhardt ein Demokrat im allerbesten Sinne. Das bedeutete für ihn, dass eine Demokratie nur dann dauerhaft funktioniert, wenn sie von Menschen getragen wird, die demokratische Prozesse als Selbstzweck ansehen und gleichzeitig mündige, politisch gebildete Staatsbürger sind. Auf diesen Überzeugungen basierte seine politische Bildungsarbeit, aber auch die Förderung junger talentierter Menschen im Allgemeinen.

Weitere Informationen, vgl. KAS: Geschichte der CDU.

Ihre Ansprechpartnerin

Marcia Mimura
Frau Marcia Mimura
Geschäftsführerin
Niemannsweg, 78
24105 Kiel
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