Mai 45 – Kriegsende an der Förde
Vortrag
So wie das Ende des Ersten Weltkrieges mit Matrosenaufstand und Abdankung des Kaisers untrennbar mit Kiel und der Marine verbunden ist, so spielen maritime Zusammenhänge auch 1945 im Fokus auf Kiel eine zentrale Rolle. In diesem Vortrag mit Bildern geht es um die Tage des Waffenstillstands im Mai 1945 rund um die Förde mit Hafen, Kanal und militärischen Objekten, also um die maritime Seite des Kriegsendes und um (Schiffs)schicksale. Welche Interessen verfolgten die britischen Truppen? Welche Rolle spielten der Kanal und der Flandernbunker, während Massen von Flüchtlingen und Soldaten aus dem Osten in der Strander Bucht und in Möltenort an Land gesetzt wurden? Damals war die Förde ein Schiffsfriedhof mit 240 Wracks, Werften, Universität und die Stadt ein Trümmerhaufen. Dem Ehrenmal in Laboe drohte die Sprengung. Das alles klingt heute wie eine Botschaft aus einer fernen Welt. Die damalige Gemütslage der Menschen kann man sich kaum noch vorstellen. Das Glück, überlebt zu haben, mischte sich bei den meisten mit Niedergeschlagenheit über den Zusammenbruch. Die Dramatik der Ereignisse, das Leid aber auch Tatkraft und Eigeninitiative mutiger Menschen waren einzigartig.
Prof. Dr. Uwe Jenisch ist Honorarprofessor im Seerecht an der Christian-Albrechts-Universität.
Gesprächskreis Schleswig-Holsteinische Geschichte
Prof. Dr. Joachim Reichstein