Vernunft und Geschichte: Auf der Suche nach dem Weg zum „ewigen Frieden”

„Interkulturalität ist die philosophische Seite der Globalisierung”, so der Präsident der Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie Georg Stenger. Mit seinem Geschichtsdenken war wohl schon Herder dieser Interkulturalität auf der Spur; ganz sicher aber Immanuel Kant mit seiner Altersschrift „Zum Ewigen Frieden”.

Kant geht davon aus, in der Geschichte wirke eine „Naturabsicht der Erreichung einer vollkommen gerechten bürgerlichen Verfassung.” Hegel sieht im Wirken des „Weltgeistes” den Grund dafür, „dass es auch in der Geschichte vernünftig zugegangen ist.” Desillusioniert durch die Menschheitskatastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts, beschreitet Hannah Arendt den gut aufklärerischen Weg eines „Denkens ohne Geländer”, im Bemühen, das Unfassbare fassbar zu machen. Konstruktiv entwirft der befreundete Karl Jaspers seine Theorie von der „Achsenzeit”, die „für das Abendland, und Asien und alle Menschen, ohne den Maßstab eines bestimmten Glaubensinhalts” einen „gemeinsamen Rahmen geschichtlichen Selbstverständnisses” bilde. Damit stehen wir im Zentrum der Interkulturellen Philosophie unserer Tage.

Anhand ausgewählter Texte widmet sich die Gesprächsreihe dem Verhältnis von Vernunft und Geschichte in gemeinsamer Lektüre und Diskussion.

Die Gesprächsrunden finden jeweils von 16.30-18.00 Uhr statt.