Oh, ich bin umgebracht! Einige Gedanken zum Tod auf der Theaterbühne

Erdolcht, erwürgt, ertrunken, erschossen, von einer giftigen Schlange gebissen, von einem wilden Bären zerrissen, ins Schwert gestürzt oder einfach nur spontan leblos umgefallen. Nirgendwo wird so viel und vor allem so vielfältig gestorben wie im Theater. Und nirgendwo wird dabei so viel gesprochen, geklagt, deklamiert und gelitten. Von dem vielen verbrauchten Kunstblut ganz zu schweigen. Was der Kanon der Dramenliteratur in oft nur lapidaren Regieanweisungen vorgibt, ist in der Umsetzung mitunter leider ein nicht unerhebliches Hindernis.

Angereichert mit vielen eigentlich tragischen, oft natürlich auch freiwillig oder unfreiwillig komischen Beispielen aus der Theaterpraxis, soll eine kleine Kategorisierung des Bühnentodes versucht werden.

Jens Paulsen wurde im hessischen Lich geboren und hat in Kiel und Hamburg Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaften, Germanistik, Geschichte und Kulturmanagement studiert. Nach beruflichen Tätigkeiten u. a. im Heinrich- und Thomas Mann-Zentrum Lübeck und im Literaturhaus Schleswig-Holstein ist er seit 2003 am Theater Kiel als Schauspieldramaturg, seit 2016 als Schauspielchefdramaturg engagiert.