1342: Ein Starkregen verheert Mitteleuropa

Der stärkste und folgenreichste Niederschlag der vergangenen Jahrtausende beginnt am 19. Juli 1342 in Bayern. In den Folgetagen zieht er in nordwestlicher Richtung über Deutschland. In hügeligen Landschaften reißt der Abfluss kilometerlange Schluchten ein. In den Mittelgebirgen geht flächenhaft die dünne, fruchtbare Ackerkrume verloren. Das Extremhochwasser läuft bis zum 25. Juli 1342 die Flüsse hinab. Es verwüstet zunächst die Täler von Donau, Neckar, Main und Lahn, bald darauf von Werra, Weser, Elbe, Oder und auch Eider. Gebäude und Brücken werden zerstört. Zahlreiche Menschen kommen in den Fluten um.

Nur wenige Schriftquellen berichten exakt über die Geschehnisse im Juli 1342. Dagegen sind in der Erde bis heute viele Detailinformationen verborgen und damit unentdeckt geblieben. Die Ergebnisse der umfangreichen geoarchäologischen Grabungen des Vortragenden bezeugen eindrucksvoll die Dramatik, die Ursachen und Folgen des verheerenden 1000jährlichen Regens.

Prof. Dr. Hans Rudolf Bork untersucht seit 1978 weltweit die Folgen von extremen Wettereignissen. Seine geoarchäologischen Forschungen führten ihn von Schleswig-Holstein bis nach Äthiopien, zur Robinson Crusoe Insel und zur Osterinsel. Seit 2000 ist er Professor für Ökosystemforschung an der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel.