Falschgeld aus dem KZ – in Erinnerung an Adolf Burger (1917-2016)

Adolf Burger war einer von 142 jüdischen Häftlingen, die zu einem Sonderkommando der SS gehörten, das ab 1942 im KZ Sachsenhausen eine Fälscherwerkstatt betrieb. In zwei streng abgeschirmten Baracken wurden riesige Mengen Britische Pfundnoten gefälscht, ferner Propagandabriefmarken, Pässe, am Ende des Krieges auch Dollarnoten. Als die Front näher rückte, wurde das Kommando evakuiert und nach Österreich gebracht, wo Adolf Burger am 6. Mai 1945 mit 132 weiteren Mithäftlingen im KZ Ebensee die Befreiung erlebte. Als Adolf Burger, der Auschwitz überlebt hat, das Wort von der „Auschwitzlüge” vernahm, schrieb er seine Erlebnisse nieder und begann, diese vor Schülern als Zeitzeuge zu schildern. Die HEA hat ihn im Zeitraum von 1997 bis 2007 zu insgesamt 81 Vorträgen in ihr Haus, in Schulen und Dienststellen der Bundeswehr und Polizei eingeladen. Adolf Burger verstarb am 6. Dezember 2016. Am 12. August 2017 wäre er 100 Jahre alt geworden. Die Hermann Ehlers Akademie will mit Lesung, Filmausschnitten sowie persönlichen Erinnerungen seiner gedenken.

Dr. Volker Matthée ist Studienleiter der Hermann Ehlers Akademie und hat gemeinsam mit Adolf Burger zahlreiche Seminare der politischen Bildung veranstaltet.

Dr. Jürgen Strasser, Studium der Romanistik in Salzburg und an der Sorbonne, arbeitet als Koordinator für Integrationskurse und Übersetzer in Kiel. 2012 hat er den Roman „Das Brot der verfluchten Zeiten” aus dem Französischen ins Deutsche übertragen: Darin erzählt Paul Tillard von der Zeit seiner Inhaftierung im österreichischen KZ Ebensee.