Das freundliche Desinteresse - die Deutschen und die Bundeswehr

Deutschland ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts so „entmilitarisiert“ wie nie in seiner Geschichte – trotz der zahlreichen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Diese Entmilitarisierung hat nicht nur durch die Aussetzung der Wehrpflicht, sondern vor allem auch in den Köpfen der Bevölkerung stattgefunden. War der Soldatenberuf immer wieder auch Gegenstand von erbittert geführten Debatten, wird der Armee heute im besten Falle freundliches Desinteresse entgegengebracht, wie das der frühere Bundespräsident Horst Köhler treffend formuliert hat. Dabei verändert sich die Bundeswehr gerade radikal, von einer Verteidigungs- und Volksarmee hin zu einer Interventionsarmee. Die aktuelle Debatte um das Traditionsverständnis ist auch ein Symptom einer verunsicherten Truppe. Das Seminar soll historische, politische und gesellschaftliche Ursachen für diese Beobachtungen benennen, den Wandel analysieren und diskutieren.