Das Landeshaus in Kiel als Ort der Freiheit und der Demokratie in Deutschland
Ursprung der Veranstaltung ist eine Schrift der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Titel „Orte der Freiheit und der Demokratie in Deutschland“. Diese Publikation soll an die herausragenden Jubiläen in diesem und dem vergangenen Jahr erinnern. Erstens wurde am 23. Mai 1949 das Grundgesetz verkündet und zweitens brachte der Mauerfall am 9. November 1989 ein Jahr später die Wiedervereinigung unseres Landes. Insgesamt 37 Orte wurden durch die Konrad-Adenauer-Stiftung ausgesucht, die die Entwicklung der Demokratie seit 1949 repräsentieren und im engen Zusammenhang mit den Ereignissen um den 9. November 1989 stehen. Alle Orte wurden durch namenhafte Autoren beschrieben, so symbolisiert das Bundeshaus in Bonn die erfolgreiche Etablierung der parlamentarischen Demokratie in Westdeutschland und die Menschen auf der Mauer vor dem Brandenburger Tor die friedliche Überwindung der SED-Diktatur, wie der ehemalige Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Vogel, in der Einführung der Veröffentlichung schreibt. Auch das Landeshaus in Kiel wurde als Ort der Freiheit und der Demokratie in die Publikation aufgenommen, das durch den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen, in einem Artikel vorgestellt wurde. Um nicht nur schriftlich zu erinnern, sondern sich das vergangene auch bildlich in Erinnerung zu rufen, organisierte die Hermann Ehlers Stiftung gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung am Mittwoch, 1. September 2010 eine Diskussionsveranstaltung mit dem Autor des Artikels, Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, sowie dem Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Prof. Dr. Utz Schliesky, und Frederik Heinz, der die junge Generation auf dem Podium repräsentierte. Eingeleitet wurde in die Veranstaltung durch den Geschäftsführer der Hermann Ehlers Stiftung, Guido Wendt, der in seiner Begrüßung auf die Aktualität der Veranstaltung hinwies, da gerade 48 Stunden vorher durch eine Entscheidung des Landesverfassungsgerichtes die 17. Wahlperiode vorzeitig beendet wurde. Wendt sah es als wichtige Aufgabe der Hermann Ehlers Stiftung an, gerade in Zeiten, in denen Ereignisse wie dieses die Öffentlichkeit verunsichern, durch Veranstaltungen Demokratie und parlamentarische Abläufe erklärt werden, um so für größeres Verständnis und Akzeptanz zu werben. Die Leiterin politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Frau Dr. Melanie Piepenschneider, erinnerte in ihrer Begrüßung an die demokratischen Anfänge, die vor über 200 Jahren die Europäer um Freiheit und Demokratie ringen ließen. Dr. Piepenschneider betonte, dass die Konrad-Adenauer-Stiftung mit der Publikation einen Beitrag zu der Belebung der Demokratie leisten wolle. Es solle über die Orte der Freiheit diskutiert und ihre Bedeutung für eine lebendige Demokratie herausgestellt werden, um zu verhindern, dass sich Bürger in unserem Landes von der Politik enttäuscht abwenden. In der anschließenden Diskussion, die durch RSH-Moderator, Andreas Otto, geleitet wurde, waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass die Demokratie trotz aller Schwächen, die beste für unser Land sei, da sie Freiheit geben und ein selbstbestimmtes Leben für jedermann zulassen würde. Die Diskutanten waren sich einig, dass sich bei politischen Willensbildungsprozessen, wie sie die Demokratie vorsieht, Streit nicht vermeiden lasse, da nur durch den Austausch von Meinungen Mehrheiten herausgearbeitet werden könnten. Prof. Schliesky machte deutlich, dass es gerade in der jetzigen Zeit, in der die Politik im Wesentlichen Sparmaßnahmen beschließen würde, die jeder Bürger spürt, schwierig sei, ein positives Gefühl für Demokratie zu vermitteln. Aus diesem Grund sei es eine besondere Herausforderung für die Politik, wegweisende Zukunftspläne zu entwickeln, die deutlich machen würden, wofür es sich lohne zu sparen.



