50 Jahre Mauerbau: Gelungene und gescheiterte Fluchten
Am Abend des 31. August 2011 war Frau Dr. Maria Nooke, stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer, Teilnehmerin der großen Gedenkveranstaltung des Schleswig-Holsteinischen Landtages anlässlich des traurigen Jubiläums „50 Jahre Mauerbau“. Bereits am Nachmittag konnten die Gäste der Hermann Ehlers Akademie Frau Dr. Nooke in einem sehr persönlichen Gespräch bei Kaffee und Kuchen kennenlernen. Frau Dr. Nooke berichtete in ihrem Vortrag über erfolgreiche und gescheiterte Fluchten an Mauer und Grenze, dabei gelang es ihr einen hochinteressanten und menschlich bewegenden Eindruck über das Wagnis Fluchtversuch zu vermitteln. Bereits wenige Tage nach der Errichtung der Mauer, kam es in Berlin zu dem ersten Mauertoten: Günter Litfin wurde bei einem Fluchtversuch erschossen. Auch andere persönliche Schicksale, etwa von Chris Gueffroy, Ida Siekmann oder Winfried Freudenberg, stehen stellvertretend für die vielen Opfer der deutschen Teilung. Einen besonderen Platz in ihrem Vortrag nahmen die oft ungewürdigten Fluchthelfer in Ost und West ein, ohne die die vielen spektakulären Fluchten nicht möglich gewesen wären. Bedrückend war für die Zuhörer zu erfahren, welche perfiden und brutalen Mittel das DDR-Regime anwandte, um Freiheitsuchende an der Flucht zu hindern. Gleichzeitig nötigte der Mut und der Erfindungsreichtum der Flüchtlinge und ihrer Helfer den Zuhörern Respekt ab. Diese Menschen setzten Freiheit und Leben aufs Spiel und sie geben mit ihrem Handeln Zeugnis davon ab, dass die Freiheit stärker ist als jede Diktatur. Die Hermann Ehlers Stiftung wird auch in Zukunft dafür arbeiten, dass dies nie in Vergessenheit geraten möge.